E-Mental-Health: Was erwarten Nutzer von web-basierten Therapiemodellen und Selbsthilfe-Tools?

E-Mental-Health-Anwendungen, also web-basierte Therapiemodelle und Selbsthilfe-Tools, werden aktuell als große Chance für die Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung diskutiert. Das EU-Projekt eMEN hat das Ziel, die Qualität und die Nutzungsrate von E-Mental-Health-Technologien zu erhöhen und damit den ungedeckten Bedarf in der Prävention und Behandlung zu reduzieren. Wir möchten in diesem Workshop mit Euch über Nutzerfreundlichkeit und Qualitätsstandards diskutieren und das eMEN-Projekt sowie die deutschen Partner vorstellen.

Immer mehr Menschen in Europa nehmen aufgrund psychischer Erkrankungen medizinische Leistungen in Anspruch. Dies stellt die gesundheitlichen Versorgungssysteme vor große Herausforderungen. Internet-basierte Therapiemodelle und Selbsthilfe-Tools, sogenannte E-Mental-Health-Produkte, könnten dabei helfen, diese Versorgungslücken zu schließen, sofern sie auf wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Techniken basieren. Als niedrigschwellige, orts- und zeitungebundene Angebote können sie eine wertvolle Ergänzung der klassischen Therapien sein. In einigen europäischen Ländern sind E-Mental-Health-Programme bereits fest etablierte Komponenten der Regelversorgung. Die Verbreitung in Deutschland ist bislang jedoch durch die fehlende Kostenerstattung durch die Krankenkassen eingeschränkt.

Das Projekt eMEN hat sich zum Ziel gesetzt, die Nutzungsrate von E-Mental-Health-Technologien zu erhöhen und damit den ungedeckten Bedarf in der Prävention und Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu reduzieren. eMEN wird mit 5,36 Mio. Euro vom europäischen Strukturförderungsprogramm „Interreg North-West Europe Innovation Programme“ gefördert, von den Niederlanden aus geleitet und von Partnern in Belgien, Frankreich, Irland, Großbritannien und Deutschland unterstützt. Neben standardisierten Testverfahren für Qualität und Wirksamkeit von E-Mental-Health-Produkten sollen unter anderem auch Politikempfehlungen für die Teilnehmerländer erarbeitet werden.

In diesem Workshop möchten wir Euch das eMEN-Projekt sowie deren deutsche Partner, die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, DGPPN, und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, ABSG, vorstellen. In zwei Arbeitsgruppen möchten wir mit Euch diskutieren: Welche Erwartungen haben Nutzer an E-Mental-Health-Anwendungen und welche Qualitätsstandards sind für sie wichtig? Wie sehen nutzerfreundliche Produkte aus, in welche Richtung sollte die Entwicklung gehen? Wir erwarten keinerlei Vorkenntnisse, über Interesse an digitalen Technologien im Gesundheits- und Lifestyle-Bereich freuen wir uns. Entwickler sowie Experten in den Bereichen Psychotherapie, E-Health oder E-Mental-Health sind natürlich herzlich willkommen! 

 

Diese Session ist Teil des re:health Tracks, der von BARMER präsentiert wird.