re:publica 17 - Science Fiction

Science and fiction, technology and utopia – reality and the imagined are often closer together than one might think. It seems that the time frames of vision to realisation to monetisation have become smaller and shorter.

The science:fiction track seeks to cover all areas where science and technology intervene in our daily lives: where development and innovation meet culture and society and where culture and society fuel development and innovation.

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The Utopian Impulse & Its Trouble With Postmodernity

Céline Keller

We seem to drown in dystopias reflecting our surrender to the idea that there really is no alternative to capitalism or neoliberalism in particular. All these critical dystopias seem to extrapolate our current situation and what the persistence of this system (the economization of everything) holds in store for us in the future to come. It seems clear that if we want to escape this hopeless outcome we need new ideas for how a future globalized world might work differently. Yet, to generate those ideas using the Utopian impulse seems to be a door closed shut. So how do we get out of this dilemma? I will present to you Fredric Jameson's vision of how to burst that door wide open, with one of the oldest, archaic utopian ideas ever stated.

Sci-fi & VR: Narratives of the Future

Antoine Cayrol

Virtual Reality has been portrayed in many science fiction books and films and with last year’s launch of many of the headsets, the age of consumer Virtual Reality is finally here. 
However, the grammar of VR is still to be defined and content creators are now on a journey to discover the possibilities offered by this futuristic storytelling medium.
In this session Antoine Cayrol talks about the basic steps to making a VR movie looking at two sci-fi VR movies he produced: I Philip and Alteration. 
He will look at various aspects from concept to delivery highlighting the elements that are particularly important in making a VR story. He will discuss writing, storyboarding, financing, shooting and post-production in VR with focus on the narrative and possibilities for interactivity. 

From Fiction to Action - Design im Ausnahmezustand

Christian Zöllner

Christian Zöllner von The Constitute und Dozent an der Burg Giebichenstein vergleicht aktuelle Diskurse mit historisch belegten und als Science Fiction projizierten Fakten und Narrativen. Im Fokus steht dabei die Frage welche resilienten Strategien wurden zu welchem Zweck eingesetzt? Und welche Rolle spielte Gestaltung dabei? Dabei geht es nicht nur um Kommunikationsdesign, sondern um praktikable und smarte Lösungen. Und welche Lektionen wir - zwischen Direct Action und Minority Report daraus lernen können. Gemeinsam mit Sebastian Piatza leitet Christian das Design- und Forschungsstudio The Constitute, in dem sie bereits aktiv in den Feldern Design Fiction und spekulatives Entwerfen arbeiten. Auch diese Erfahrungen fließen in den Talk ein.
 

“My God; what if'…!” – Science Fiction ist Geisteshaltung

Katja Böhne

In dieser Session wird die strahlende Fackel für Science Fiction als Geisteshaltung entzündet: Es geht darum, sich nicht resigniert in die Zustände zu fügen, sondern froh und hemmungslos das Universum entwerfen, in dem man leben will.  Oder, wie es SciFi-Ikone Philip K. Dick formuliert hat: „The SF writer sees not just possibilities but wild possibilities. It's not just 'What if' – it's 'My God; what if' – in frenzy and hysteria. The Martians are always coming.”
Es werden prägnante Beispiele aus SciFi-Werken der letzten 40 Jahre vorgestellt und Ideen, wie sich mit der Haltung von SciFi-Autoren der Mutlosigkeit und dem Zynismus entgegentreten lässt.  

Was die Kuh meint – Sensorjournalismus. Wie Tiere und Dinge zu Reportern werden. Aufbruch in eine neue Welt des Journalismus.

Jakob Vicari, Björn Erichsen, Carolyn Braun

Bald ist es soweit: Die erste Sensorstory startet. Drei Kühe, 30 Tage lang live.  Welche Milch wollen wir trinken? Und wie darf die Kuh, die sie erzeugt, leben, wenn der Liter Milch im Discounter nur 45 Cent kostet? SUPERKÜHE, ein bahnbrechendes Social­-Sensor­-Experiment, verleiht drei Milchkühen eine Stimme. Das Publikum kann hautnah erfahren, wie drei Milchkühe in Deutschland leben. Die Sensorstory lässt sie nicht nur miterleben, sondern gibt ihnen auch die Möglichkeit, die Erzeugung ihrer Milch zu beeinflussen. 
SUPERKÜHE ist die erste Auskopplung der Sensorstory, die erste Auskopplung der Sensorstory, die die Reporter Björn Erichsen, Jakob Vicari und Bertram Weiß zusammen mit Chapter One und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) entwickelt haben. Ein völlig neues journalistisches Format: Sensordaten füttern einen Textroboter, der vernetzten Tieren und Dingen  um uns herum zu uns sprechen lässt. In der Session stellt Erfinder Jakob Vicari die Technologie hinter der Sensorstory vor: Die reporter.box "Maria", die Daten sammelt und dem Journalismus zur Verfügung stell und das Content-Management-System story.board, mit dem Sensorstorys komponiert werden können.
Autor Björn Erichsen liest aus dem Leben einer Kuh und erzählt, wie sich das Schreiben für einen Algorithmus anfühlt. Carolyn Braun von Chapter One gibt Einblicke in die Produktion einer Live-Reportage aus dem Kuhstall.  Das Sensorstory-System kann von jedem genutzt werden. Die Hardware ist offen. Die Software seht unter MIT Opensource-Lizenz.

Stories for all of your senses: multisensory VR and social cohesion (en)

Grace Boyle

Grace Boyle's brainchild The Feelies is a bold experiment in storytelling, taking the immersion of VR to the next level by adding the highly emotive textures of smell, feeling and taste into the narrative arcs we tell our audiences, and how we choose to guide them along that journey.  In this talk, she shares some of her experiences writing, shooting and delivery a multisensory VR narrative with the environmental organisation Greenpeace, including their two week trip to the heart of the Amazon rainforest to map the sensory landscape of one of the world most incredible ecosystems.

Business Science-Fictionalized

Joachim Haupt, Wenzel Mehnert

Science-Fiction-Erzählungen sind kein Blick in die Zukunft, sondern eine Projektionsfläche für die Zukunftsvorstellungen der Gegenwart. Als Rezipient kann man sich in einem Modus des „was wäre, wenn...“ probeweise in einer möglichen Zukunft bewegen. Spekuliert wird dabei nicht nur über technologische Möglichkeiten, sondern auch über den gesellschaftlichen Rahmen als Bedingung für und Folge von Technologieentwicklung – oft in dystopischer Form.
Auf diese Weise bestimmt Science-Fiction zu einem großen Teil mit darüber, welche Zukunftsvorstellungen entstehen, wie eine Gesellschaft sie bewertet und wie sie ihnen gegenüber eingestellt ist, sollten sie wirklich eintreffen. Das heißt: Science-Fiction ist relevant für Unternehmen, die technische Innovationen vorantreiben.
Diese Perspektive auf Science-Fiction bekommt eine besondere Brisanz, wenn sich erzählte und tatsächliche Technologieentwicklung einander annähern. Serien wie „Black Mirror“ oder Filme wie „Ex Machina“ und „Her“ erzählen Geschichten über Technologien, die schon heute angelegt sind. Sie drehen die Zeit nur wenig vor und spielen mit den radikalen Folgen möglicher Innovation. Dabei entsteht das Bild einer fiktiven Gesellschaft, die konfrontiert mit Wandel schnell zu neuer Normalität findet.
Gleichzeitig sind typische Sci-Fi-Themen zu tatsächlichen Großprojekten der Technologieentwicklung avanciert: Künstliche Inseln auf dem Meer, die Kolonialisierung des Mars, Unsterblichkeit – eigentlich klassischer Science-Fiction-Stoff, an dem im Silicon Valley und andernorts Organisationen wie „Space X“ oder die „Thiel Foundation“ arbeiten.
Vor diesem Hintergrund wird Science-Fiction zu einem spannenden Beobachtungsfeld. In Erzählungen, Serien, Filmen und Games entstehen Themen, die zum Teil des gesellschaftlichen Diskurses werden. Sie sind relevant für das Issue-Management von Technologieunternehmen, aber auch Ausgangspunkt für ethische Fragestellungen in der Gesellschaft.

Curating Science Fiction Art (en)

Uri Aviv, Martina Lüdicke, Boris Moshkovits, Eden Kupermintz

This panel discussion will examine currrent artistic and curatorial practice and explore new ways of looking at art and science fiction. The discussions will range from purist sci-fi classics to contemporary interpretations that blur the lines between the disciplines. How is the digital revolution changing our perception of science fiction in other words how much science fiction are we already living and what role do artists and curators play in translating new ideas to a wider audience. 
Uri Aviv: curator of Utopia "Designing Tomorrow", Tel Aviv 2016 
Eden Kupermintz: Contributor to Utopia, Tel Aviv 2016
Martina Lüdicke: curator of the "Golem Exhibition", Jüdisches Museum Berlin, Berlin 2017
Boris Moshkovits: moderator, project director Russian-Jewish Museum & Tolerance Center 2012