re:publica 17 - re:blog

Information, knowledge, opinion and how we gain access to them is fundamental in our data age and media such as blogs, vlogs, and podcasts play a special role. These forms of media enjoy different access and reach than traditional “big” outlets and, through their diversity, reflect the multiplicity of our society. Presenting aspects of relatable, day-to-day life or opinions on specific topics can be highly polished and professional or intentionally “DIY”. Community participation is always a significant factor.

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Geh sterben du F°tze (de)

Laura Sophie Dornheim

"Love out loud" ist ein großartiges Motto, aber online herrscht mittlerweile oft "Hate out loud". Gerade die priviligierten Menschen, unter ihnen viele weiße Männer, kennen Shitstorms oft nur vom Hörensagen oder Zusehen. Vielleicht gibt es sogar re:publica Besucher, die sich schon einmal an einem solchen beteiligt haben.
Zuviele Frauen, PoC, Muslime oder anderweitig Andersdenkende hingegen haben oft wöchentlich Hasslawinen in ihren sozialen Netzwerken, ihren Maileingängen und sogar dem physischen Briefkasten.
Dieser Talk gibt eine Gelegenheit, diesen "Wissensvorsprung" aufzuholen. 30 Minuten lang werden Hassbotschaften vorgelesen und über die Leinwand flackern, die einzelne Menschen erhalten haben. Die Zuhörenden sollen die Möglichkeit bekommen, selbst zu fühlen, was Opfer von Shitstorms fühlen.
Denn nur wer das Problem wirklich erkannt und in seinem vollen Ausmaß realisiert hat, kann erfolgreich dagegen ankämpfen. Dazu wird es abschließend ein paar kurze Handlungsempfehlungen geben.
Und das wollen wir am Ende doch, gemeinsam dafür sorgen, dass "Love out loud" das Internet dominiert!

Geh sterben du F°tze (en)

Laura Sophie Dornheim

"Love out loud" ist ein großartiges Motto, aber online herrscht mittlerweile oft "Hate out loud". Gerade die priviligierten Menschen, unter ihnen viele weiße Männer, kennen Shitstorms oft nur vom Hörensagen oder Zusehen. Vielleicht gibt es sogar re:publica Besucher, die sich schon einmal an einem solchen beteiligt haben.
Zuviele Frauen, PoC, Muslime oder anderweitig Andersdenkende hingegen haben oft wöchentlich Hasslawinen in ihren sozialen Netzwerken, ihren Maileingängen und sogar dem physischen Briefkasten.
Dieser Talk gibt eine Gelegenheit, diesen "Wissensvorsprung" aufzuholen. 30 Minuten lang werden Hassbotschaften vorgelesen und über die Leinwand flackern, die einzelne Menschen erhalten haben. Die Zuhörenden sollen die Möglichkeit bekommen, selbst zu fühlen, was Opfer von Shitstorms fühlen.
Denn nur wer das Problem wirklich erkannt und in seinem vollen Ausmaß realisiert hat, kann erfolgreich dagegen ankämpfen. Dazu wird es abschließend ein paar kurze Handlungsempfehlungen geben.
Und das wollen wir am Ende doch, gemeinsam dafür sorgen, dass "Love out loud" das Internet dominiert!

Blogs - die Zukunft der fachlichen Sportberichterstattung?

Mathias Liebing, Stefanie Fiebrig, Marco Fenske, Matthias Frickel, Pascal Jochem

Der Sportjournalismus hat ein Problem. Vereine und Verbände - zum Teil die Sportler selbst - werden immer mehr zu eigenen und mächtigen Medienhäusern. Und spätestens seit der Handball-WM und dem vom Sponsor DKB realisierten Youtube-Livestream sind auch Sponsoren mitten im Mediengeschäft angekommen. Die Folge: Selbst für etablierte Sender mit deren Vorzeige-Formaten ist es schwer, in gewohntem Maß an die großen Stars und die kleinen Sternchen der jeweiligen Branchen heranzukommen. Kurzum: Der Sportjournalismus wandelt sich - nur in welche Richtung?
Aktuell tun sich die klassischen Medien mit den neuen Kommunikationsformen schwer. Die Versuche von ARD und ZDF den eigenen Content im Social Media auszurollen, wirken oft hölzern. Privaten Konkurrenten wie RTL oder Sport1 fehlen dazu häufig die (freigegebenen) Mittel. Demgegenüber gewinnen Pay-TV-Angebote wie von SKY und Eurosport oder neue Streamingdienste wie DAZN an Bedeutung, die eine wahre Live-Berichterstattungsflut auslösen, aber gerade online kaum an hintergründigen oder kritischen Auseinandersetzungen interessiert sind.
Welche Bedeutung kommt in diesem Wandel spezialisierten Blogs zu? Liegt hier die Zukunft? Mit meinen Plattformen die-sportpsychologen.de und die-sportpsycholgen.ch konnte ich die Erfahrung machen, dass das Interesse an (hoffentlich) verwertbar aufbereitetem Fachwissen wächst. Nicht zuletzt rund um Sportgroßereignisse steigen die Zugriffe signifikant an. Nur: Um eine umfangreiche Streuung zu erreichen, führt kaum ein Weg an den klassischen Medien vorbei, die aber gern bei Kooperationen das eigentliche Produkt verwässern oder aber inhaltlichen Expermienten per se aus dem Weg gehen. Ein Versuch des Axel Springer Konzern mit dem Inkubator 1530blog wurde 2014 nach nur einem halben Jahr eingestellt. Passt einfach nicht zusammen, was vielleicht zusammengehört? Oder wo liegt die Innovation, die Sender, Fachleute und das Publikum zukünftig zusammenbringen kann?

Die Anachronistin - mehr als nur Geschichte

Nora Hespers

Es war die Pegida-Bewegung, die mich im Dezember 2014 dazu veranlasst hat, meinen Blog zu starten und darin die Geschichte meines Großvaters zu erzählen. Ja, noch eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Aber auch eine Geschichte über das Heute. Über uns. Was mich vor allem angetrieben hat, war der unverhohlene Hass, der sich bei den Demonstranten Bahn gebrochen hat. Hass, den ich als Social Media Managerin immer und immer wieder in Bahnen lenken muss - und will. Und so habe ich angefangen zu recherchieren. Lange Interviews mit meinem Vater (heute 85 Jahre alt), historische Ereignisse und nicht zuletzt die Gestapo-Akten über meinen Großvater. Ich will verstehen. Verstehen, was meinen Großvater angetrieben hat trotz all der Grausamkeiten, die er sehen konnte, an das Gute zu glauben. An die Menschen. Je mehr ich mich mit meinem Großvater beschäftige, je mehr ich beginne zu fühlen, was er vielleicht auch gefühlt hat, umso mehr beginne ich zu verstehen, was heute passiert.
Aus meinem Blog wurde nur Monate später ein Podcast. Ein Storytelling-Format. Ein Serial, das eine Geschichte erzählt, die keine Fiktion ist. Eine Geschichte über drei Generationen. Und dadurch Geschichte erlebbar macht. Nicht als etwas, das vergangen ist. Sondern als etwas, dessen langer Atem bis ins Heute reicht. Überall in meinen Recherchen entdecke ich Bezüge ins Jetzt. Gesetze, die heute Demokratie und Freiheit sichern, sind entstanden, weil wir an einigen Stellen aus der Geschichte gelernt haben. Sie sollen z.B. verhindern, dass sich das grausame und willkürliche Morden des Zweiten Weltkriegs wiederholt. Natürlich wusste ich das auch vorher, aber jetzt kann ich es fühlen.
Mein Blog und meine Podcasts nehmen die Hörer mit in die Geschichte, lassen sie Vergangenes erleben und holen sie immer wieder in die Gegenwart. Je mehr ich die Geschichte erlebe, desto mehr zeigt sich, welch hohes Gut Freiheit und Demokratie sind. Ich kann es wieder fühlen. Und ich weiß wieder, warum wir dafür kämpfen müssen.

Wissenschaftskommunikation to the rescue! Mit Wissenschaft den öffentlichen Diskurs (zurück-)erobern

Melanie Bartos, Daniel Meßner, Patrick Breitenbach, Julia Offe

Auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation ist einiges los: Eine Entwicklung weg von Sensationsmeldungen hin zu Geschichten aus der Wissenschaft. Neue Partizipationsmöglichkeiten tun sich auf, ForscherInnen erzählen ihre Inhalte auf verschiedenen (digitalen) Wegen, von denen sich viele angesichts des technologischen Fortschritts gerade erst entwickeln. Sie geben Einblicke in den Forschungsprozess, erzählen von Fehlern oder Misserfolgen, beteiligen sich an aktuellen Diskussionen und werden greifbarer, authentischer. Trotzdem: „Der Andi auf Facebook“, wie es Katja Berlin in einer ihrer „Torten der Wahrheit“ in „Die Zeit“ sinnbildlich genannt hat, scheint für (zu) viele Menschen dennoch die glaubwürdigere Informationsquelle zu sein. Warum eigentlich? Wird in der Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte vielleicht doch auf die „falschen Pferde“ gesetzt? Kann und soll Wissenschaft überhaupt in die viel zitierten Echokammern und Filter Bubbles eindringen?
Diese Fragen wollen Melanie Bartos und Daniel Meßner – beide Podcaster, Gründer des kuratierten Portals wissenschaftspodcasts.de und in der Öffentlichkeitsarbeit an der Uni Innsbruck bzw. Hamburg tätig – nach einem kurzen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Wissenschaftskommunikation zur Diskussion stellen. Unsere Gäste Julia Offe (Science Slam, Pressesprecherin und Vorstandsmitglied der GWUP) und Patrick Breitenbach (Formatentwickler und Innovationsmanager bei ZDF Digital, Podcaster im SozioPod) beschäftigen sich seit Jahren in vielfältiger Weise mit dem Transfer von Wissen in die Gesellschaft. Julia bringt Wissenschaft in unterhaltsamer Weise auf deutsche Bühnen und Patrick ist davon überzeugt, dass „mit jeder nüchternen wissenschaftlichen Erkenntnis irgendwo ein kleines, süßes Einhornbaby stirbt“. Wo die Reise in der Wissenschaftskommunikation hingeht – darüber wollen wir sprechen, denn #sciencematters!

Wie Podcasts mehr Leute erreichen können

Christian Bollert

Podcasts sind eine ur-demokratische Form der Veröffentlichung im Netz. Jeder kann sie erstellen, jeder kann sie veröffentlichen, jeder kann sie abonnieren und hören. Nachdem die letzten Jahre vom Video dominiert worden sind, wird gerade das Ohr wiederentdeckt. Wo hapert es noch? Welche Bremsen müssen noch gelöst werden?
Natürlich sind Podcasts so etwas wie das vergessene Kind von Apple. Aber was ist mit Autoherstellern? Wie sieht es bei der Bahn aus? Welche Rolle spielen Gema und GVL? Haben Mobilfunkanbieter eine Podcast-Strategie? Und warum ist Audio noch immer nicht in Suchmaschinen zu Hause?
Dieser Vortrag fragt: wie können Hürden und Schranken für Podcasts fallen? Wir präsentieren konkrete Ideen und Lösungsvorschläge, damit Podcasts und Audio im Netz weiter wachsen. Denn Audio und Podcasts bekommen gerade neuen Schwung!